1039. Sonntagsimpuls

Liebe Leserinnen und Leser!

Das Johannesevangelium hat es an vielen Stellen in sich. Bei dem Abschnitt, der uns diesen Sonntag präsentiert wird, ist das nicht anders. Ihn auf Anhieb zu verstehen, ist nahezu unmöglich. Jesu Rede von seinem Fleisch und seinem Blut, die wahre Speise und wahrer Trank sind, möchte ich auf keinen Fall wörtlich verstehen. Das Entsetzen der jüdischen Zuhörer*innen kann ich von daher gut nachvollziehen.

Die Stichworte „Brot“, „Speise“ und „Trank“ bzw. „essen“ wiederum lassen unsere Gedanken schnell zum eucharistischen Mahl wandern. „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.“, sagt Jesus zu. Garantiert also der Empfang der Eucharistie uns das ewige Leben? Das hätte der johanneische Jesus dann auch verständlicher ausdrücken können, oder?

So einfach ist es wohl nicht. Denn mit dem Empfang des eucharistischen Mahles ist verbunden der Glaube an Jesus Christus,

  • in dem das Wort Gottes „Fleisch“ geworden ist und unter uns gelebt und gewirkt hat (Joh 1,14);
  • in dem Gott Menschen in Fleisch und Blut begegnet ist, berĂĽhrbar wurde;
  • der sein Fleisch und Blut, also sich als Person, hingegeben hat am Kreuz;
  • und der als Auferstandener lebendig ist.

Diesen Jesus sollen wir „essen“, seine Lebensmacht in uns aufnehmen. Dann bleiben wir mit ihm verbunden, er in uns und wir in ihm. Dann beginnt das verheißene Leben schon jetzt, auch wenn das ewige Leben erst noch geschenkt wird.
Keine leichte Kost, dafür aber meiner Meinung nach ebenso lebensnotwendig wie das täglich Brot.

Gute Verkostung wĂĽnscht
Inga Schmitt
Redaktion
SonntagsImpulse.de

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin fĂĽr das Leben der Welt.
Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.
Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.
Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.