1245. Sonntagsimpuls

4. Fastensonntag – 27. März 2022 - Lesejahr C – is

Liebe Leser:innen!

Ein sehr vertrauter Text wird uns an diesem Sonntag verkündet: Das Gleichnis vom Vater und seinen beiden Söhnen. Vielleicht, wahrscheinlich ist er dem einen oder der anderen bereits aus dem Religionsunterricht vertraut oder aus der Kommunionvorbereitung.

Die Botschaft scheint recht eindeutig zu sein; Jesus nennt sie sogar im Zwischenteil, der ausgelassen ist: „Das sage ich euch: Genauso freut sich Gott im Himmel über einen Sünder, der sein Leben ändert. Er freut sich mehr als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben, ihr Leben zu ändern.“ (Lk 15,7) Jesus macht deutlich, zu wem er gesandt ist: zu den Verlorenen, zu denen im Abseits, zu denen, auf die die „Gerechten“ herabsehen.

Aber wer sind wir in diesem Gleichnis?

Ich persönlich würde mich nicht zu den beschriebenen Sünder:innen, zu den „Verlorenen“ zählen. In so vielem stehe ich sozusagen auf der Sonnenseite des Lebens. Als „Gerechte“ würde ich mich allerdings auch nicht bezeichnen wollen. Ich versuche, die Botschaft Jesu in meinem Leben umsetzen. Oft genug bleibt es beim Versuch – aus Bequemlichkeit, aus Unvermögen, weil ich „nur“ ein Mensch bin. Ich bin mir bewusst, dass ich auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen bin, auch auf die Barmherzigkeit meiner Mitmenschen, fehle ich doch in mehrfachem Sinne an der einen oder anderen Stelle.

Wenn aber ich auf Barmherzigkeit angewiesen bin, ist es auch an mir, barmherzig bzw. weitherzig anderen gegenüber zu sein. Das ist durchaus eine Herausforderung, mit der ich an der Seite des älteren Sohnes stehe. Das fühlt sich manchmal ungerecht an, gerade in Situationen, in denen ich eher auf der Seite der „Gerechten“ stehe …

 

Gott segne Sie mit Weitherzigkeit

Inga Schmitt

SonntagsImpulse.de

Das Evangelium von heute (Lk 15,1-3.11-32)

Alle Zolleinnehmer und andere Leute, die als Sünder galten, kamen zu Jesus, um ihm zuzuhören. Die Pharisäer und Schriftgelehrten ärgerten sich darüber. Sie sagten: »Mit solchen Menschen gibt er sich ab und isst sogar mit ihnen!«

Da erzählte ihnen Jesus dieses Gleichnis:

»Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere sagte zum Vater: ›Vater, gib mir meinen Anteil am Erbe!‹ Da teilte der Vater seinen Besitz unter den Söhnen auf. Ein paar Tage später machte der jüngere Sohn seinen Anteil zu Geld. Dann zog er in ein fernes Land. Dort führte er ein verschwenderisches Leben und verschleuderte sein ganzes Vermögen. Als er alles ausgegeben hatte, brach in dem Land eine große Hungersnot aus. Auch er begann zu hungern. Da bat er einen der Einwohner des Landes um Hilfe. Der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er wollte seinen Hunger mit dem Schweinefutter stillen, das die Schweine fraßen. Aber er bekam nichts davon. Da ging der Sohn in sich und dachte: ›Wie viele Arbeiter hat mein Vater, und sie alle haben mehr als genug Brot. Aber ich komme hier vor Hunger um. Ich will zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich bin vor Gott und vor dir schuldig geworden. Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden. Nimm mich als Arbeiter in deinen Dienst.‹ So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater. Sein Vater sah ihn schon von Weitem kommen und hatte Mitleid mit ihm. Er lief seinem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Aber sein Sohn sagte zu ihm: ›Vater, ich bin vor Gott und vor dir schuldig geworden. Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden.‹ Doch der Vater befahl seinen Dienern: ›Holt schnell das schönste Gewand aus dem Haus und zieht es ihm an. Steckt ihm einen Ring an den Finger und bringt ihm Sandalen für die Füße. Dann holt das gemästete Kalb her und schlachtet es: Wir wollen essen und feiern! Denn mein Sohn hier war tot und ist wieder lebendig. Er war verloren und ist wiedergefunden.‹ Und sie begannen zu feiern. Der ältere Sohn war noch auf dem Feld. Als er zurückkam und sich dem Haus näherte, hörte er Musik und Tanz. Er rief einen der Diener zu sich und fragte: ›Was ist denn da los?‹ Der antwortete: ›Dein Bruder ist zurückgekommen! Dein Vater hat das gemästete Kalb schlachten lassen, weil er ihn gesund wiederhat.‹ Da wurde der ältere Sohn zornig. Er wollte nicht ins Haus gehen. Doch sein Vater kam zu ihm heraus und redete ihm gut zu. Aber er sagte zu seinem Vater: ›So viele Jahre arbeite ich jetzt schon für dich! Nie war ich dir ungehorsam. Aber mir hast du noch nie einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden feiern konnte. Aber der da, dein Sohn, hat dein Vermögen mit Huren vergeudet. Jetzt kommt er nach Hause, und du lässt gleich das gemästete Kalb für ihn schlachten.‹ Da sagte der Vater zu ihm: ›Mein lieber Junge, du bist immer bei mir. Und alles, was mir gehört, gehört dir. Aber jetzt mussten wir doch feiern und uns freuen: Denn dein Bruder hier war tot und ist wieder lebendig. Er war verloren und ist wiedergefunden.‹«

(BasisBibel, Quelle: https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/BB/LUK.15/Lukas-15)

 

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