1248. Sonntagsimpuls

Ostersonntag (17.04.2022), – Lesejahr C - jk

Liebe Leserinnen und Leser des Sonntagsimpulses,

ich kann Ihnen nicht sagen, wie viele Kerzen in den vergangenen Wochen in unseren Kirchen entzündet worden sind. Bei den Friedensgebeten, in Erstkommuniongruppenstunden, wenn Worte fehlten, wenn Hoffnung so sehr nötig war. Jede einzelne Kerze war der Versuch etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Sicherlich gehört der Wechsel von Licht und Dunkelheit zum Leben dazu – keine Frage. Blickt man aber auf die letzten Wochen zurück, dann hat das Dunkel oft gewonnen. Immer noch sprachlos machen uns die Bilder vom Krieg in der Ukraine. Und auch darüber hinaus geschehen Dinge, die uns traurig machen oder gar schockieren. Bilder aus der U-Bahn in New York, die Angriffe in Tel-Aviv – wo soll da Licht sein?

Jetzt feiern wir Ostern und damit die Hoffnung, dass Jesus Christus das Licht ist, das die Dunkelheit vertreibt. „Lumen Christi“ – dieser Ruf zu Beginn der Osternachtsliturgie, in einer Zeit, in der wir mit künstlichem Licht jederzeit die Nacht zum Tag machen können, könnte nicht eindrücklicher sein. Er führt uns vor Augen, dass die Dunkelheit nicht das letzte Wort haben wird. Es ist keine Floskel, sondern vielmehr die Zusage, dass Jesus den Tod überwunden hat und unser Leben hell machen wird! Denken wir daran, wenn das Licht sich in der Dunkelheit ausbreitet.

Viele Grüße und einen gesegnetes Osterfest,

Julia Kühling

Aus dem Exultet, dem Osterlob:

Frohlocket, ihr Chöre der Engel, frohlocket, ihr himmlischen Scharen, lasset die Posaune erschallen, preiset den Sieger, den erhabenen König! Lobsinge, du Erde, überstrahlt vom Glanz aus der Höhe! Licht des großen Königs umleuchtet dich. Siehe, geschwunden ist allerorten das Dunkel. Auch du freue dich, Mutter Kirche, umkleidet von Licht und herrlichem Glanze! Töne wider, heilige Halle, töne von des Volkes mächtigem Jubel. (…) Dies ist die Nacht, die unsere Väter, die Söhne Israels, aus Ägypten befreit und auf trockenem Pfad durch die Fluten des Roten Meeres geführt hat. Dies ist die Nacht, in der die leuchtende Säule das Dunkel der Sünde vertrieben hat. Dies ist die Nacht, die auf der ganzen Erde alle, die an Christus glauben, scheidet von den Lastern der Welt, dem Elend der Sünde entreißt, ins Reich der Gnade heimführt und einfügt in die heilige Kirche. Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach und aus der Tiefe als Sieger emporstieg. Wahrhaftig, umsonst wären wir geboren, hätte uns nicht der Erlöser gerettet.

O unfassbare Liebe des Vaters: Um den Knecht zu erlösen, gabst du den Sohn dahin! O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam, du wurdest uns zum Segen, da Christi Tod dich vernichtet hat. O glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du gefunden! O wahrhaft selige Nacht, dir allein war es vergönnt, die Stunde zu kennen, in der Christus erstand von den Toten. Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht: „Die Nacht wird hell wie der Tag, wie strahlendes Licht wird die Nacht mich umgeben.“ Der Glanz dieser heiligen Nacht nimmt den Frevel hinweg, reinigt von Schuld, gibt den Sündern die Unschuld, den Trauernden Freude. Weit vertreibt sie den Hass, sie einigt die Herzen und beugt die Gewalten.

In dieser gesegneten Nacht, heiliger Vater, nimm an das Abendopfer unseres Lobes, nimm diese Kerze entgegen als unsere festliche Gabe! Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet, wird sie dir dargebracht von deiner heiligen Kirche durch die Hand ihrer Diener. So ist nun das Lob dieser kostbaren Kerze erklungen, die entzündet wurde am lodernden Feuer zum Ruhme des Höchsten.

Wenn auch ihr Licht sich in die Runde verteilt hat, so verlor es doch nichts von der Kraft seines Glanzes. Denn die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs, das der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat.

O wahrhaft selige Nacht, die Himmel und Erde versöhnt, die Gott und Menschen verbindet!

Darum bitten wir dich, o Herr: Geweiht zum Ruhm deines Namens, leuchte die Kerze fort, um in dieser Nacht das Dunkel zu vertreiben. Nimm sie an als lieblich duftendes Opfer, vermähle ihr Licht mit den Lichtern am Himmel. Sie leuchte, bis der Morgenstern erscheint, jener wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht: dein Sohn, unser Herr Jesus Christus, der von den Toten erstand, der den Menschen erstrahlt im österlichen Licht; der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. A: Amen.

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