1257. Sonntagsimpuls

Dreifaltigkeitssonntag, 12. Juni 2022 - Lesejahr C – hs

Liebe Leser:innen!

 

1=3. In der Mathematik geht diese Gleichung nicht auf. Im christlichen Glauben ist diese Gleichung jedoch eine ganz zentrale Glaubensaussage. Sie ist „Gottes höhere Mathematik“ (Andreas Knapp/Melanie Wolfers).

Die katholische Kirche feiert am Sonntag nach Pfingsten den Dreifaltigkeitssonntag. Der Glaube an den einen G-tt in drei Personen steht an diesem Sonntag im Mittelpunkt. Mit jedem Kreuzzeichen bekennen sich Christ:innen zu diesem G-tt, der zugleich Vater, Sohn und Heiliger Geist ist. Der kirchlichen Lehre zu dieser Gottesvorstellung ist ein langer Entstehungsprozess in den ersten Jahrhunderten des Christentums vorausgegangen. Die theologisch-philosophischen Lehraussagen zu diesem G-tt in drei Personen irritieren nicht nur die Gläubigen der beiden anderen abrahamitischen Religionen, jüdische und muslimische Menschen. Ist es der Glaube an einen Gott oder doch an drei Gottheiten? Die Dreifaltigkeitslehre ist auch von Christ:innen nur schwer zu verstehen und nachzuvollziehen.

Mit symbolischen Verstehensbrücken wird dann oft versucht, diese Irritationen aufzudröseln. Eine bekannte Verstehensbrücke ist dabei der Verweis auf das Element Wasser. Wasser gibt es in verschiedenen Zuständen: gasförmig als Wasserdampf, fest als Eis und natürlich als flüssig-fließendes Wasser. So ist es auch mit der christlichen Gottesvorstellung. Der eine G-tt begegnet uns in verschiedenen Seinsweisen. Eben als Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Mir helfen diese Verstehensbrücken nur bedingt. G-tt ist kein Zustand und auch keine Materie. G-tt bleibt für mich im letzten auch immer ein Geheimnis. Wovon ich jedoch nicht lassen möchte und was mir wichtig ist, ist der Glaube an diesen G-tt als Schöpfer, Ursprung und Ziel allen Lebens. Es ist auch der Glaube daran, dass dieser G-tt zutiefst die Menschen und seine gesamte Schöpfung liebt. Dies zeigt sich für mich in seiner Menschenwerdung im Menschen Jesus aus Nazareth. Und dieser G-tt ist zugleich und immer auch die „ruach elohim“, der Lebensatem G-ttes, die heilige Geistkraft. Die lebendige Kraft, die uns Menschen verändern kann, die uns herausfordert, die zum Widerspruch und Widerstand anregt, die uns immer wieder neu aufbrechen lässt. Sie ist eine „Trotzkraft“ (Christina Brudereck) gegen all das, was der Liebe im Wege steht. Sie ist die göttliche Kraft, die mit Freude bei den Menschen ist und wirkt.

 

Ich wünsche Ihnen und Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!

 

Hermann Steinkamp

Redaktion

SonntagsImpulse.de

Die erste Lesung von heute (Spr 8,22-31)

Lesung aus dem Buch der Sprichwörter

 

22 So spricht die Weisheit Gottes: Der HERR hat mich geschaffen als Anfang seines Weges, vor seinen Werken in der Urzeit; 23 in frühester Zeit wurde ich gebildet, am Anfang, beim Ursprung der Erde.

24 Als die Urmeere noch nicht waren, wurde ich geboren, als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen. 25 Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren. 26 Noch hatte er die Erde nicht gemacht und die Fluren und alle Schollen des Festlands.

27 Als er den Himmel baute, war ich dabei, als er den Erdkreis abmaß über den Wassern, 28 als er droben die Wolken befestigte und Quellen strömen ließ aus dem Urmeer, 29 als er dem Meer sein Gesetz gab und die Wasser nicht seinen Befehl übertreten durften, als er die Fundamente der Erde abmaß, 30 da war ich als geleibtes Kind bei ihm. Ich war seine Freude Tag für Tag und spielte vor ihm allezeit.

31 Ich spielte auf seinem Erdenrund und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein.

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