1258. Sonntagsimpuls

19.06.2022, 12. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C, ym

Liebe Leser:innen des Sonntagsimpulses,

Für wen haltet ihr mich? Es geht ums Eingemachte an diesem Sonntag. Wer ist eigentlich dieser Jesus, der vor 2000 Jahren gelebt hat und der diese Welt verändert hat? Mensch? Gott? Ein weiterer Prophet? Die Antwort auf diese Frage ändert unser Weltbild radikal.

Mir persönlich fällt die Antwort auf diese Frage gar nicht so einfach. Meine Christusbeziehung ist geprägt durch Nähe und Distanz. Christus als Freund zu denken fällt mir schwer, ich wünsche es mir aber sehr. Zu Jesus kommen zu können und mit ihm sprechen zu können, wie mit einem guten Freund. Christus als der göttliche Herr, das passt schon eher in mein Gottesbild. Allerdings fehlt mir dann diese enge Beziehung. Unser Glauben sieht beides vor. Jesus ist ganz Mensch und ganz Gott. Jesus ist der Mensch aus Nazareth, mit dem ich mich auf einen Kaffee treffen kann, dem ich meine Geheimnisse anvertrauen kann, bei dem ich meinen Frust loswerden kann. Gleichzeitig ist Jesus Christus Gott, bei dem ich mich fallen lassen kann und geborgen fühlen darf, bei dem ich schwach und unbedeutend sein kann. Ich darf auf seine Macht in meinem Leben vertrauen.

Petrus bekennt sich zum göttlichen Messias, Jesus zeigt ihm daraufhin auf, dass dieser aber wie ein Mensch sterben muss. Unser ganzer Glaube baut sich in der Spannung zwischen Nähe und Distanz auf. Lassen wir uns auf diese Spannung ein.

 

Einen gesegneten Sonntag wünscht,

 

Yannik Marchand

Redaktion Sonntagsimpulse.de

Das heutige Evangelium (Lk 9, 18–24)

In jener Zeit
18betete Jesus für sich allein und die Jünger waren bei ihm.
Da fragte er sie:
Für wen halten mich die Leute?
19Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer,
andere für Elíja;
wieder andere sagen:
Einer der alten Propheten ist auferstanden.
20Da sagte er zu ihnen: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
Petrus antwortete: Für den Christus Gottes.
21Doch er befahl ihnen und wies sie an,
es niemandem zu sagen.
22Und er sagte:
Der Menschensohn muss vieles erleiden
und von den Ältesten,
den Hohepriestern und den Schriftgelehrten
verworfen werden;
er muss getötet
und am dritten Tage auferweckt werden.
23Zu allen sagte er:
Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst,
nehme täglich sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
24Denn wer sein Leben retten will,
wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen verliert,
der wird es retten.

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