1234. Sonntagsimpuls

Liebe Leser*innen,

der Neujahrsmonat hat seine Halbzeit bereits erreicht. Ist das der richtige Zeitpunkt für eine Bilanz? Ich denke ja, denn für mich sind die ersten zwei Wochen des Jahres immer noch eine Art Dazwischenzeit. Eine Zeit in der Ruhe und Bewegung, Kontakt und Distanz, Himmel und Erde, auf seltsam stimmige Art ineinander fließen.

Und so höre ich in mich hinein, und rege auch Sie dazu an:

„Wie schmeckt mir mein Leben gerade?“

Vielleicht treibt Sie gerade ein Hunger nach Leben an. Vielleicht sind Sie noch übersättigt von dem, was hinter Ihnen liegt. Oder der Ausblick auf das, was vor Ihnen liegt, schnürt Ihnen die Kehle zu.

„Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.“ (Joh 2,3) So lesen wir es im heutigen Evangelium.

Es gibt keinen Wein mehr. Alle Ressourcen sind erschöpft.

Eine Erfahrung, die vielleicht auch Sie im letzten Jahr gemacht haben?

Was tun, wenn das Leben leblos scheint. Der Leib kraftlos. Alle Krüge leer.

Wie inspirierend Maria hier, in diesem Text reagiert. Sie überlegt nicht lange, sie (ver-)urteilt nicht über die Situation. Stattdessen wendet sie sich ohne Umschweife an Jesus. Eine Option, die ich beim häufigen Gedankenwenden leider oft zu schnell außer Acht lasse.

Was ich dabei verpassen könnte?

„Was er sagt, das tut. […] Und sie füllten die Krüge bis zum Rand.“ (Joh 2,5.7b)

Deshalb: Füllen Sie Ihre Krüge! Schöpfen Sie aus dem Vollen und füllen Sie sie bis zum Rand!

 

jetzt

beginnt es

G*tt beschenkt dich

was auch immer du brauchst

es liegt in dir

geschenkt

denn du beginnst

jetzt

 

Leichtigkeit, nährende Fülle und Kraft wünscht Ihnen

 

Barbara Nick-Labatzki

Redaktion

SonntagsImpulse.de

Das Evangelium von heute (Joh 2,1-11)

In jener Zeit fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau?
Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern:
Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter.
Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt
und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm. Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor
und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten.
Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.
So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.

Quelle: Tagesimpuls - Erzabtei Beuron (erzabtei-beuron.de)