1199. Sonntagsimpuls

Liebe Leser*innen,

wer von Ihnen wäre gerade zu normalen Zeiten in Frankfurt? Der ökumenische Kirchentag hätte 10.000 Menschen in die Mainmetropole gerufen. Ich wäre auf jeden Fall dabei gewesen. Die letzten Katholiken- und Kirchentage waren für mich riesige Glaubensfeste. Gerne erinnere ich mich daran zurück, wie ich in Münster eine Gruppe junger Menschen aus der Grafschaft Bentheim begleiten durfte. Viele tiefe Gespräche wurden angeregt. Im Vordergrund stand eines: Die Begegnung mit vielen unterschiedlichen Menschen und Gruppen und die Erkenntnis, dass man irgendwie zusammengehört.

Das Gebet, das Jesus für seine Apostel spricht gilt auch für die Kirche, die sich auf diese Apostel beruft. Die Einheit aller Getauften ist größer, als alle theologischen Diskussionen oder Streitigkeiten. Das Zeugnis der Jüngerinnen und Jünger in ihrer Zeit hat sie trotz alle Anfeindungen, aller Probleme und aller Widerstände zusammengehalten. Mögen wir als christliche Kirchen und Gemeinschaften auch an unserer Sendung in einer neuen Umwelt zusammenarbeiten.

Ich hoffe, dass auch der digitale und dezentrale ökumenische Kirchentag ein solches Zeichen aussenden vermag. Ob katholisch, lutherisch, orthodox, freikirchlich oder reformiert: Wir sind eine Gemeinschaft im Glauben, vereint durch die eine Taufe in Christus.

Ihnen einen gesegneten Sonntag wünscht,

 

Yannik Marchand

 

Informationen rund um den ökumensichen Kirchentag 2021 finden Sie unter www.oekt.de

 

Das heutige Evangelium (Joh 17, 6a.11b–19)

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeiterhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir! Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllte. Aber jetzt komme ich zu dir und rede dies noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.