1295. Sonntagsimpuls

Liebe Leser:innen!

„Selig seid ihr, wenn ihr …“ – Dieses bereits in die Jahre gekommene neue geistliche Lied (im Gotteslob unter Nr. 458 zu finden) fällt mir stets ein, wenn ich die die sog. Seligpreisungen höre, ein Schlager aus meiner Kindheit und Jugendzeit.
Selig seid ihr, WENN ihr das und das tut?
Nein, wenn wir in die programmatische Eröffnungsrede der Bergpredigt und damit der öffentlichen Verkündigung Jesu bei Matthäus schauen, beglückwünscht Jesus diejenigen nicht erst, wenn sie sich richtig verhalten. Vielmehr schaut er auf das Leben der Menschen, sieht die Not und auch Abgründe, sieht allerdings auch alles Bemühen und die Sehnsucht nach Gott. Mit seiner Seligpreisung bringt er ins Wort, dass eben mitten im Leben Gott längst da ist – auch wenn die Welt noch nicht heil ist, das einzelne Leben nicht heil ist. Jesus selbst vergegenwärtigt ja in der Art und Weise, wie er den Menschen begegnet und wie er von Gott spricht, dass mehr möglich ist als Menschen sehen können und erleben. Schon jetzt und alle Fälle am Ende der Zeiten ist hier Gottes Reich. Durch alle und in allen, die ihr Herz an Gott hängen und ihr bzw. das Leben von dieser Beziehung her gestalten und betrachten. Glücklich sind sie, denn ihre tiefste Sehnsucht wird Erfüllung finden.
Ob ich mich zu diesen Glücklichen zählen kann? Manchmal, denke ich und schöpfe daraus Gestaltungskraft. Letztendlich, hoffe ich und finde Trost inmitten aller Unvollendung, um einen nächsten Schritt zu wagen.

Wie wäre es? Reihen Sie sich doch einfach ein in die Glückseligen und nehmen wahr, was passiert!

Ihnen einen seligen Sonntag und eine glückliche Woche!
Inga Schmitt

Redaktion
Sonntagsimpulse.de

Das Evangelium vom Tag (Mt 5,1-12a)

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

(Quelle: https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2023-01-29)