1204. Sonntagsimpuls

Liebe Leserinnen und Leser,

Der 20. Juni ist der Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen. Über 60 Millionen Menschen fliehen weltweit vor Gewalt, vor Krieg, politischer Verfolgung oder Umweltkatastrophen. Hinter jeder Flucht steht ein individuelles Schicksal, ein Mensch mit seiner Geschichte. Eindrücklich sind die Bilder von Geflüchteten auf dem Mittelmeer, die um ihr Überleben kämpfen. Wie frappierend an diesem Tag die Ähnlichkeit zur Seesturmerzählung aus dem Markusevangelium daher kommt.

Ich bin kein Freund davon Geschichten der Bibel direkt auf unsere heutige Zeit zu übertragen. Dennoch wirft das heutige Sonntagsevangelium im Zusammenhang des heutigen Tages viele Fragen auf: Welche Gründe haben Menschen aufzubrechen und an das andere Ufer zu gelangen? Wer interessiert sich eigentlich für Menschen in Not? Wer sieht die Not der Menschen? Schläft Gott und sieht die Not der Menschen eigentlich nicht? Oder sind wir Menschen zu kleingläubig? Wer rettet? Wem gehorchen Wind und das Meer?

Die EKD hat ein Schiff ins Mittelmeer geschickt um Geflüchtete zu retten und in Sicherheit zu bringen. Das christliche Zeugnis der Besatzung und der Verantwortlichen beeindruckt mich. Genauso setzt sich Papst Franziskus immer und immer wieder für Geflüchtete ein. Die Fußwaschung in der Gründonnerstagsliturgie war ein besonderes Zeichen. Nachfolge Christi wird konkret. An diesem Wochenende werde ich besonders alle Menschen mit Fluchterfahrung beten und alle Helferinnen und Helfer mit in mein Gebet nehmen.

Ihnen und euch wünsche ich ein gesegnetes Wochenende,

 

Yannik Marchand

Redaktion sonntagsimpulse.de

Das Evangelium von heute (Mk 4,35-41)

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern:
Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.
Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn.
Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann.Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief.
Sie weckten ihn und riefen:
Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still!
Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?