1155. Sonntagsimpuls

Liebe Leserinnen und Leser des Sonntagsimpulses,

in damaliger Zeit war es gar nicht so einfach Handelswege zu finden, bei denen die Windverhältnisse günstig waren. Logbücher diverser britischer Handels- und Kriegsschiffe wurden ausgewertet, konnten aber kaum vergleichbare Werte darstellen. Erst mit den Aufzeichnungen des Seefahrers Francis Beaufort (1774-1857) wurden vergleichbare Windverhältnisse dargestellt, die heute die Grundlage für die allgemein gültige Skala der Windstärken bilden. Daher auch der an ihn erinnernde Name „Beaufortskala“, der sich im 20. Jahrhundert für die Windstärkenskala etablierte. Wie stark der Sturm war, den die Jünger erlebt haben, lässt sich von  uns heute nicht ermitteln. Fakt ist: Er war so stark, dass er sie geängstigt und insbesondere Petrus so sehr abgelenkt hat, dass er sich vor Angst nicht mehr auf Jesus konzentrieren konnte. Aber Jesus war für ihn da und hat ihn auch gerettet. Stürmische Momente kennen auch wir in unserem Leben wohl zu Genüge, nicht nur auf hoher See. In diesen Zeiten Gottes Wirken wahrzunehmen und sich nicht davon ablenken zu lassen: Nicht immer einfach. Das Wort Gottes will uns aufrütteln, berühren und letztlich damit in Bewegung bringen. Um das Wort zu verstehen, braucht es aber die Stille. 
Ich wünsche uns allen in dieser Sommerzeit besondere Momente der Stille, in denen wir uns auf Gott besinnen können und wir merken, dass Gott bei uns ist. Auch, wenn wir mal falsch abbiegen. Oder mal neben der Spur sind. 
Viele Grüße und bleiben Sie gesund,

Julia Kühling
www.sonntagsimpulse.de

Das Evangelium für den Tag: Mt 14, 22–33

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme! Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.