1209. Sonntagsimpuls

Liebe Leserinnen und Leser,

Die letzten Wochen sind für mich geprägt durch viele Begegnungen mit vielen Menschen. Wir treffen uns wieder, die Infektionslage lässt es ja zu. Sei es auf der Arbeit oder privat – diese Begegnungen sind doch anstrengender, als ich dachte. Persönliche Begegnungen erfordern es sich emotional auf Menschen einzulassen, zuzuhören, sich einzufühlen. Das, was mir über so lange Zeit gefehlt hat, das wird nun zu einer richtigen Herausforderung.

Das heutige Sonntagsevangelium berichtet von einer Massenveranstaltung, die Jesus auslöst. 5000 Männer, zusätzlich Frauen und Kinder – alle sind gekommen, um Jesus zuzuhören und bei ihm zu sein. Heute spricht mich nicht die Brotvermehrung an, sondern das, was danach geschieht. Jesus merkt, dass die Menschen ihn vereinnehmen möchten, ihn zum König machen wollen. Jesus zieht sich zurück und sucht die Einsamkeit und Stille im Gebet.

Ich versuche mir das zum Vorbild zu nehmen. Jede Begegnung mit Menschen benötigt auch meine Reflexion, Zeit zum Runterkommen und zum Einordnen, Zeit sie Gott zur Verfügung zu stellen. Nutzen wir die Sommertage auch dazu!

 

Sommerliche Grüße,

 

Yannik Marchand

Redaktion sonntagsimpulse.de

Das Evangelium von heute (Joh 6,1-15)

In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tibérias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Pascha Sprich: Pas-cha., das Fest der Juden, war nahe.
Als Jesus aufblickte:und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philíppus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte.
Philíppus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denáre reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll.
Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus,sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele? Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras.
Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen.

Als die Menge satt geworden war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt!
Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Brocken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet,
der in die Welt kommen soll.
Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.