1144. Sonntagsimpuls

Liebe Leserinnen und Leser,

Zur Vorbereitung dieses sonntäglichen Impulses nutze ich regelmäßig die Online-Ausgabe des Schott-Messbuches.
Für diesen Sonntag stand in der Einleitung der folgende Satz:
„Jesus ist nicht gekommen, um alle unsere Probleme zu lösen,...“

Dieser Satz hat mich tief getroffen. Denn wie oft wollen wir Jesus genau zu diesem Problemlöser machen, anstatt selbst aktiv die Probleme anzugehen. Da ist es doch so schön einfach einen Sohn Gottes zum Löser aller Probleme zu machen. Das klappt leider nicht.

Wir müssen also selber ran an die Probleme. Und die sind in den derzeitigen Corona-Zeiten ziemlich reichlich.
Wörtlich bedeutet „Problem“ eine „zum Lösen vorgelegte, unentschiedene, zweifelhafte Aufgabe, eine Streitfrage“. Wie gesagt: Zur Lösung vorgelegte Aufgaben haben wir heute viele. Hier gilt es unsere vielen Talente zu nutzen und nach entsprechenden Lösungsstrategien zu suchen.

Nicht viel anders erging es wohl auch damals den Jüngern.
Monate- oder jahrelang waren sie Jesus gefolgt. Hatten ihr Leben komplett auf ihn gesetzt. Dann der Schock des Kreuzestodes, der ihnen sinnlos und falsch vorkam. Drei Tage später der Schock der Begegnung auf dem Weg nach Emmaus und die vielen anderen Begegnungen. Schliesslich dann die Himmelfahrt und jetzt sitzen sie allein im Haus... Alles nicht einfach.
Mit genauerem Hinsehen erkennt man aber eine gewisse pädagogische Art dahinter.

Im ersten Schritt schickt Gott seinen Sohn auf die Erde, um den Menschen, mit denen er einen unauflösbaren Bund geschlossen hat, beizustehen und sie zu unterweisen.
Als sie halbwegs eigenständig leben, lehren und glauben können, stirbt Jesus und sie müssen allein klarkommen. Der erste Schritt in die Selbständigkeit.
Diese neue Lebensform begleitet Jesus durch unverhofftes Erscheinen. Die Bindung ist noch da, aber eben nicht mehr so eng. Die Grenzen werden weiter.
Mit der Himmelfahrt dann der nächste Schritt. Nun müssen sie ganz alleine klar kommen. Das verunsichert und sorgt dafür, dass die Jünger sich im Haus verschließen. In einer Woche kommt dann Gottes Geist und gibt ihnen den letzten Schubs...

Der Satz „Jesus ist nicht gekommen, um alle unsere Probleme zu lösen,...“ geht dann auch wie folgt weiter: ... „sondern um in dieser Welt Gott sichtbar zu machen.“

Je mehr ich über diesen Jesus nachdenke, umso mehr fällt mir auf, dass es ihm ziemlich gut gelungen ist Gott sichtbar zu machen. Jetzt liegt es an uns, das in unseren eigenen Lebensbezügen umzusetzen. Die Corona-Zeit ist dazu vielleicht eine richtig gute Gelegenheit. Denn gerade jetzt sind wir alle gefordert Nächstenliebe, Fürsorge, sinnvolle Gesetzesanwendung und Heilung kranker Seelen in die Tat umzusetzen...

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen und Euch einen tollen Sonntag!

Herzliche Grüße

Rainer Gelhot
www.sonntagsimpulse.de




 

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sagte:
Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.
Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt.
Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir.